Präendodontischer Aufbau Abrechnung: Was ist das und wie wird er berechnet?

Präendodontischer Aufbau Abrechnung bei Wurzelkanalbehandlung in der Zahnarztpraxis
Ein präendodontischer Aufbau ist eine vorbereitende Maßnahme vor oder während einer Wurzelkanalbehandlung. Er wird notwendig, wenn die Zahnkrone so stark zerstört ist, dass keine ausreichenden Zahnwände mehr vorhanden sind. Ohne diesen Aufbau kann Speichel mit Bakterien in das Wurzelkanalsystem gelangen. Außerdem lässt sich ein Kofferdam oft nicht sicher anlegen. Genau hier beginnt die Präendodontischer Aufbau Abrechnung, denn diese Leistung ist weder klassisch als Füllung noch als endgültige Aufbaufüllung zu verstehen. Sie dient dazu, eine endodontische Behandlung überhaupt fachgerecht durchführen zu können. Für Praxen ist die korrekte Berechnung wichtig, weil der präendodontische Aufbau in der GOZ nicht ausdrücklich beschrieben ist und im GKV-Bereich regionale Unterschiede bestehen können. Die Bundeszahnärztekammer beschreibt den präendodontischen Aufbau unter anderem als Voraussetzung für keimarme Instrumentierung, Kofferdam und Referenzpunkte zur Längenbestimmung.

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Ein präendodontischer Aufbau ist eine vorbereitende Maßnahme vor oder während einer Wurzelkanalbehandlung. Er wird notwendig, wenn die Zahnkrone so stark zerstört ist, dass keine ausreichenden Zahnwände mehr vorhanden sind. Ohne diesen Aufbau kann Speichel mit Bakterien in das Wurzelkanalsystem gelangen. Außerdem lässt sich ein Kofferdam oft nicht sicher anlegen. Genau hier beginnt die Präendodontischer Aufbau Abrechnung, denn diese Leistung ist weder klassisch als Füllung noch als endgültige Aufbaufüllung zu verstehen. Sie dient dazu, eine endodontische Behandlung überhaupt fachgerecht durchführen zu können.

Für Praxen ist die korrekte Berechnung wichtig, weil der präendodontische Aufbau in der GOZ nicht ausdrücklich beschrieben ist und im GKV-Bereich regionale Unterschiede bestehen können. Die Bundeszahnärztekammer beschreibt den präendodontischen Aufbau unter anderem als Voraussetzung für keimarme Instrumentierung, Kofferdam und Referenzpunkte zur Längenbestimmung. 

Warum der präendodontische Aufbau in der Praxis so wichtig ist

In der Endodontie entscheidet die Keimkontrolle oft über den Behandlungserfolg.

Ist ein Zahn stark zerstört, fehlt dem Zahnarzt ein sicherer Abschluss zur Mundhöhle. Speichel, Blut oder Bakterien können in den Zahn gelangen. Genau das soll während einer Wurzelkanalbehandlung vermieden werden.

Der präendodontische Aufbau schafft eine stabile Begrenzung. Er ersetzt fehlende Zahnwände vorübergehend oder vorbereitend so, dass die Wurzelkanalbehandlung sauber durchgeführt werden kann.

Das Ziel ist nicht die endgültige Versorgung des Zahnes. Das Ziel ist ein kontrolliertes Arbeitsfeld.

Was ist ein präendodontischer Aufbau?

Ein präendodontischer Aufbau ist ein Aufbau vor der Endodontie, also vor oder zu Beginn einer Wurzelkanalbehandlung.

Er kommt zum Einsatz, wenn ein Zahn im Bereich der Zahnkrone so stark zerstört ist, dass wichtige Voraussetzungen für die Wurzelkanalbehandlung fehlen.

Typische Gründe sind:

  • fehlende Zahnwände
  • tiefe kariöse Defekte
  • instabile Kronenanteile
  • fehlender Halt für Kofferdam
  • erhöhtes Risiko für bakterielle Verunreinigung
  • fehlender Referenzpunkt für die Längenbestimmung

Der Aufbau hilft dem Behandler, ein sicheres Arbeitsfeld zu schaffen. Dadurch kann der Zahn besser isoliert, gespült, instrumentiert und zwischen den Sitzungen provisorisch verschlossen werden.

Präendodontischer Aufbau Abrechnung: Warum ist die Leistung eigenständig?

Der präendodontische Aufbau ist keine normale Füllung.

Er ist auch keine abschließende Aufbaufüllung nach der Wurzelkanalbehandlung. Er dient einem eigenen Behandlungsziel: der Ermöglichung einer fachgerechten endodontischen Behandlung.

Die Maßnahme kann notwendig sein, damit:

  • ein Kofferdam angelegt werden kann
  • keine Speichelkontamination entsteht
  • Spüllösungen sicher angewendet werden können
  • ein dichter provisorischer Verschluss möglich wird
  • ein stabiler Referenzpunkt für die Instrumentierung vorhanden ist

Gerade dieser Referenzpunkt ist wichtig. Bei der Wurzelkanalbehandlung muss die Arbeitslänge zuverlässig bestimmt werden. Fehlt eine stabile Zahnkante, kann die Instrumentierung ungenauer werden.

Wie wird der präendodontische Aufbau bei Privatpatienten berechnet?

Bei Privatpatienten erfolgt die Berechnung analog nach § 6 Abs. 1 GOZ.

Der Grund: Der präendodontische Aufbau ist in der GOZ nicht als eigene Gebührennummer beschrieben. Die Leistung ist aber selbstständig, medizinisch nachvollziehbar und nicht nur Bestandteil einer anderen Gebührenposition. Auch die KZVB-Abrechnungsmappe weist darauf hin, dass diese Leistung nicht in der GOZ enthalten ist und analog nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet wird. 

Eine mögliche Formulierung lautet:

Präendodontischer Aufbau zur Kontaminationsvermeidung entsprechend GOZ-Nr. xxx gemäß § 6 Abs. 1 GOZ

Die konkrete Analogziffer sollte die Praxis nach Art, Kosten- und Zeitaufwand auswählen. Wichtig ist, dass die gewählte Ziffer betriebswirtschaftlich nachvollziehbar ist.

Zusätzlich können je nach Behandlungssituation weitere Leistungen anfallen.

Beispiel:

  • präendodontischer Aufbau analog nach § 6 Abs. 1 GOZ
  • adhäsive Befestigung nach GOZ 2197, falls zutreffend
  • provisorischer Verschluss nach GOZ 2020, falls erbracht

Der provisorische Verschluss bleibt dabei eine eigene Leistung. Er ist nicht automatisch durch den präendodontischen Aufbau abgegolten.

Wie wird der präendodontische Aufbau bei Kassenpatienten berechnet?

Bei gesetzlich versicherten Patienten ist besondere Aufmerksamkeit nötig.

Grundsätzlich gilt: Der präendodontische Aufbau ist im BEMA nicht als eigene vertragszahnärztliche Leistung beschrieben. In vielen KZV-Bereichen wird er deshalb als Privatleistung eingestuft und muss vor Beginn schriftlich mit dem Patienten vereinbart werden.

Die KZVB beschreibt den präendodontischen Aufbau zur sterilen Offenhaltung der Kanaleingänge als Leistung, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen wird. Sie ist dort als Privatleistung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z zu vereinbaren. 

Für die Praxis bedeutet das:

Wird ein Termin ausschließlich für den präendodontischen Aufbau durchgeführt, sind auch begleitende Maßnahmen zu prüfen. Leistungen, die nur wegen dieses privaten Aufbaus notwendig werden, dürfen nicht automatisch über BEMA berechnet werden.

Dazu können je nach Fall gehören:

  • Beratung
  • Anästhesie
  • Begleitleistungen im unmittelbaren Zusammenhang
  • Material- oder Zusatzmaßnahmen

Wichtig ist eine saubere Trennung.

Werden in derselben Sitzung auch vertragszahnärztliche Leistungen erbracht, muss klar dokumentiert werden, welche Leistungen zur GKV-Behandlung gehören und welche Leistungen dem privaten präendodontischen Aufbau dienen.

Regionale Unterschiede bei der GKV beachten

Bei Kassenpatienten gibt es keine pauschale Antwort für ganz Deutschland.

Einige KZVen geben eigene Empfehlungen heraus. Die KZBV weist bei Musterformularen ausdrücklich darauf hin, dass es in einzelnen KZV-Bereichen Individualisierungen geben kann. 

Ein Beispiel ist Berlin. Dort wird nach einer Stellungnahme der Zahnärztekammer Berlin beschrieben, dass ein präendodontischer Aufbau nicht zur vertragszahnärztlichen Versorgung gehört, eine Mehrkostenvereinbarung nach § 28 Abs. 2 SGB V nach Auskunft der KZV Berlin aber in Betracht kommen kann. 

Für Praxen heißt das:

Bitte immer die Empfehlung der eigenen KZV prüfen.

Das gilt besonders, wenn die Praxis regelmäßig endodontische Leistungen bei GKV-Patienten erbringt. Eine falsche Zuordnung kann zu Honorarverlusten, Rückfragen oder Abrechnungsproblemen führen.

Praktische Abgrenzung: Präendodontischer Aufbau oder Aufbaufüllung?

In vielen Praxen entsteht genau hier Unsicherheit.

Die Frage lautet: Wenn der präendodontische Aufbau bereits berechnet wurde, darf nach der Wurzelkanalbehandlung noch eine Füllung oder Aufbaufüllung berechnet werden?

Ja, wenn eine entsprechende Leistung erbracht wird.

Der präendodontische Aufbau dient der Durchführung der Wurzelkanalbehandlung. Er muss den Zugang zu den Wurzelkanälen ermöglichen und während der Behandlung ein kontrolliertes Arbeitsfeld schaffen.

Nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung ist der Zahn jedoch noch nicht endgültig versorgt. Dann kann eine definitive Füllung oder eine Aufbaufüllung notwendig sein.

Abrechnung nach der Wurzelkanalbehandlung

Nach der abgeschlossenen Wurzelkanalbehandlung kann eine neue Versorgung erforderlich sein.

Bei Privatpatienten kommen je nach Befund und Versorgung unter anderem folgende GOZ-Leistungen in Betracht:

  • GOZ 2180 für einen plastischen Aufbau
  • GOZ 2195 ff. je nach konkreter Maßnahme
  • GOZ 2050 bis 2120 bei entsprechenden Kavitätenversorgungen
  • GOZ 2197 bei adhäsiver Befestigung, wenn zutreffend

Bei Kassenpatienten kann je nach Situation eine Füllung nach BEMA 13a bis 13f berechnet werden.

Wichtig ist die korrekte Einordnung.

Eine definitive Füllung nach der Wurzelkanalbehandlung ist nicht automatisch dasselbe wie der präendodontische Aufbau. Es handelt sich um unterschiedliche Behandlungsphasen mit unterschiedlichem Ziel.

Übersicht für die Praxis

BehandlungsphaseMaßnahmeAbrechnung PrivatpatientAbrechnung Kassenpatient
Vor oder zu Beginn der EndoPräendodontischer AufbauAnalog nach § 6 Abs. 1 GOZHäufig privat nach § 8 Abs. 7 BMV-Z, KZV-Empfehlung prüfen
Während der EndoProvisorischer VerschlussGOZ 2020, ggf. weitere Leistungenabhängig vom Behandlungsfall und BEMA-Zusammenhang
Nach Abschluss der EndoDefinitive Füllung oder AufbaufüllungGOZ 2180, 2050 bis 2120, 2195 ff. je nach FallBEMA 13a bis 13f je nach Befund

Typische Fehler bei der Präendodontischer Aufbau Abrechnung

Ein häufiger Fehler ist, den präendodontischen Aufbau als normale Füllung zu behandeln.

Das ist fachlich problematisch, weil der Zweck ein anderer ist. Der Aufbau dient nicht der definitiven Versorgung, sondern der Kontaminationsvermeidung und Durchführung der Endodontie.

Ein weiterer Fehler ist die fehlende Vereinbarung bei GKV-Patienten.

Wenn die Leistung privat berechnet werden soll, muss die Vereinbarung vor Beginn der Behandlung erfolgen. Das gilt besonders dann, wenn der Termin ausschließlich für diese Leistung angesetzt wird.

Auch die Dokumentation wird oft unterschätzt.

In der Karteikarte sollte klar stehen:

  • warum der Aufbau notwendig war
  • welche Zahnwände fehlten
  • ob Kofferdam sonst nicht möglich gewesen wäre
  • dass Kontaminationsvermeidung erforderlich war
  • ob ein Referenzpunkt geschaffen wurde
  • welche Leistung analog berechnet wurde

Eine gute Dokumentation schützt die Praxis bei Rückfragen und unterstützt die Erstattung.

Formulierungshilfe für die Dokumentation

Eine mögliche Dokumentation kann so aussehen:

Zahn stark koronär zerstört. Präendodontischer Aufbau zur Schaffung stabiler Wandanteile, Kontaminationsvermeidung, Kofferdamfähigkeit und Festlegung eines Referenzpunktes vor Wurzelkanalbehandlung erforderlich. Aufbau adhäsiv eingebracht. Zugang zu den Wurzelkanälen erhalten.

Diese Formulierung ersetzt keine individuelle Befunddokumentation. Sie zeigt aber, welche Punkte im Praxisalltag wichtig sind.

FAQ zum präendodontischen Aufbau

Ist der präendodontische Aufbau eine Füllung?

Nein. Er ist keine klassische definitive Füllung. Er dient dazu, eine Wurzelkanalbehandlung sicher und möglichst keimarm durchführen zu können.

Darf der präendodontische Aufbau analog berechnet werden?

Ja, bei Privatpatienten erfolgt die Berechnung analog nach § 6 Abs. 1 GOZ, weil die Leistung nicht ausdrücklich in der GOZ beschrieben ist.

Ist der präendodontische Aufbau bei Kassenpatienten privat zu vereinbaren?

In vielen KZV-Bereichen ja. Da regionale Unterschiede bestehen können, sollte die Praxis immer die aktuelle Empfehlung der eigenen KZV prüfen.

Kann nach der Wurzelkanalbehandlung zusätzlich eine Aufbaufüllung berechnet werden?

Ja, wenn nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung eine entsprechende definitive Versorgung notwendig und erbracht wurde. Der präendodontische Aufbau und die spätere Füllung verfolgen unterschiedliche Ziele.

Warum ist der Kofferdam so wichtig?

Der Kofferdam schützt das Arbeitsfeld vor Speichel und Bakterien. Bei stark zerstörten Zähnen fehlt oft der Halt. Der präendodontische Aufbau kann diesen Halt erst ermöglichen.

Der präendodontische Aufbau ist eine kleine Leistung mit großer Bedeutung. Er schafft Sicherheit, verbessert die Behandlungsbedingungen und hilft, eine Wurzelkanalbehandlung fachgerecht durchzuführen.

Für die Abrechnung ist entscheidend, dass die Leistung sauber abgegrenzt wird. Sie ist keine endgültige Füllung und keine gewöhnliche Aufbaufüllung. Sie ist eine eigenständige vorbereitende Maßnahme mit klarem endodontischem Zweck.

Wer die Leistung korrekt vereinbart, dokumentiert und berechnet, sorgt für mehr Abrechnungssicherheit und vermeidet unnötige Diskussionen mit Patienten, Kostenträgern oder Erstattungsstellen.

Sie möchten Ihre Endo-Abrechnung sicherer gestalten oder Ihre privaten Vereinbarungen in der Praxis prüfen lassen?

Winter Praxismanagement unterstützt Zahnarztpraxen bei der korrekten Abrechnung, Optimierung von Abläufen und verständlichen Dokumentation im Praxisalltag.

Elisabeth von 
Winter Praxismanagement

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