Fotodokumentation in der Zahnmedizin: Warum Fotos der Schlüssel zur richtigen Abrechnung sind

Fotodokumentation Zahnmedizin“ – Richtig fotografieren für Diagnostik, Therapieplanung und Abrechnung.

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Die Fotodokumentation hat sich in der Zahnmedizin als ein unverzichtbares Hilfsmittel etabliert. Besonders in der intraoralen und extraoralen Fotografie wird der Behandlungsverlauf visualisiert, um wichtige Informationen für die Dokumentation und Diagnostik zu liefern. Doch Fotodokumentation ist mehr als nur eine technische Notwendigkeit. Sie trägt auch maßgeblich dazu bei, die Abrechnung korrekt und nachvollziehbar zu gestalten.

Die Bedeutung der Fotodokumentation für die Zahnmedizin

Fotos in der Zahnarztpraxis erfüllen unterschiedliche Funktionen und können verschiedene Zwecke haben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Dokumentationsfotos, die nicht separat abgerechnet werden, und Diagnose- oder Therapieplanungsfotos, die als eigenständige Leistung berechnet werden können. Intraorale Fotos bieten eine präzise Darstellung von Befunden im Mundraum und sind besonders hilfreich, um Patienten die geplante Therapie verständlich zu erklären.

Doch eines der wichtigsten Merkmale der Fotodokumentation ist ihre Dokumentation – der Zweck der Fotos muss stets klar festgehalten werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Fotos korrekt abgerechnet werden können.

4 Varianten von Fotos in der Zahnarztpraxis

Es gibt vier Hauptkategorien von Fotos, die in der Zahnarztpraxis zum Einsatz kommen:

1. Fotos zu kieferorthopädischen Zwecken (GOZ-Position 6000)

Diese Fotos werden für profil- oder en-face Fotografien genutzt und dienen der kieferorthopädischen Behandlung. Sie sind berechnungsfähig nach den entsprechenden Gebührenordnungen.

2. Fotos zur Dokumentation

Fotografien zur Dokumentation sind keine eigenständige berechnungsfähige Leistung, da der Zahnarzt zur Behandlungsdokumentation verpflichtet ist. Werden sie jedoch auf Wunsch des Patienten erstellt, können sie nach § 2 Abs. 3 GOZ als Verlangensleistung abgerechnet werden.

3. Fotos zur Diagnostik

Werden Fotos zur Diagnostik oder Therapieplanung verwendet, gelten sie als selbstständige Maßnahmen und sind berechnungsfähig gemäß § 6 Abs. 1 GOZ. Wichtig für die Abrechnung ist, dass die Fotoauswertung und Befundaufzeichnung schriftlich dokumentiert wird.

4. Fotos unter zahntechnischen Aspekten (GOZ § 9)

Diese Fotos sind für zahntechnische Dokumentationen relevant und betreffen die Darstellung von Zahnersatz, Modellarbeiten oder speziellen Vorher-Nachher-Dokumentationen. Sie dienen als Grundlage für eine detaillierte Leistungserbringung und können ebenfalls abgerechnet werden.

Warum die Dokumentation der Fotos entscheidend für die Abrechnung ist

Die richtige Dokumentation der Fotos spielt eine entscheidende Rolle bei der Abrechnung in der Zahnarztpraxis. Nur wenn der Zweck der Fotos klar definiert ist, können sie korrekt berechnet werden. Es reicht nicht aus, einfach nur Fotos zu machen; die korrekte Bezeichnung und Einordnung der Fotos in den Kontext der Behandlung ist entscheidend.

Ein praktisches Beispiel: Bei einem Neupatienten wird der Zahnersatz (ZE) erfasst und in der Praxissoftware dokumentiert. Wird jedoch nicht angegeben, ob es sich um eine Interimsprothese, eine Immediatprothese oder eine Modellgussprothese handelt, steht die Abrechnungskraft bei der Erstellung des HKP (Heil- und Kostenplans) zunächst vor einem Problem.

Ein Foto des Zahnersatzes hilft, diese Unklarheit zu beseitigen und stellt sicher, dass die Abrechnung korrekt durchgeführt werden kann. Besonders seitliche Fotos, die die Prothesen von beiden Seiten sowie von oben und unten zeigen, sind besonders hilfreich. Bei Inlays oder Teleskopprothesen lassen sich durch die Fotodokumentation Unterschiede in den Flächen und Verblendungen erkennen.

Vorteile der Fotodokumentation in der Zahnmedizin

  1. Präzise Befunddarstellung: Durch die Verwendung von Fotos können Befunde detailliert und präzise dokumentiert werden, was zu einer besseren Kommunikation mit den Patienten führt.
  2. Bessere Therapieplanung: Fotos helfen, die Therapieplanung nachvollziehbarer zu gestalten und die Schritte visuell zu untermauern.
  3. Korrekte Abrechnung: Durch die Dokumentation des Zwecks der Fotos ist eine korrekte Abrechnung möglich, sowohl für Diagnostik als auch für Zahntechnik.
  4. Eindeutige Nachvollziehbarkeit: Fotos bieten eine klare Visitenkarte für die Praxis und erleichtern die Nachvollziehbarkeit des Behandlungspfades.

Warum Fotos das Leben der Abrechnungskraft erleichtern

Die Abrechnungskraft sieht den Patienten in der Regel nicht persönlich im Mund, sondern muss sich auf die Dokumentation und den Befund verlassen. Ein Foto sagt mehr als Worte – besonders bei Neupatienten oder neu angefertigten Zahnersatz. Es hilft, die genaue Art des Zahnersatzes zu erkennen und zu dokumentieren. Fotos von Zahnersatz – sei es eine Prothese oder ein Inlay – ermöglichen eine exakte Abrechnung und verhindern Fehler bei der HKP-Erstellung.

Bei Teleskop- oder Geschiebeprothesen lässt sich durch Fotos genau feststellen, ob Voll- oder Teilverblendungen vorliegen, und ob bestimmte Details wie aufgefüllte Teleskope oder Sägeschnitte vorhanden sind.

Fazit: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Die Fotodokumentation in der Zahnmedizin ist ein unerlässliches Instrument, das nicht nur den Behandlungsverlauf visualisiert, sondern auch maßgeblich zur korrekten Abrechnung beiträgt. Es hilft der Abrechnungskraft, alle Details genau zu erfassen und sicherzustellen, dass die Fotos entsprechend ihrer Funktion korrekt abgerechnet werden.

Für Zahnarztpraxen ist es daher empfehlenswert, regelmäßig Fotos von Zahnersatz oder Befunden zu machen, um die Arbeit effizienter zu gestalten und die Abrechnung transparent und korrekt durchzuführen.

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