Nachdenklich!

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In meinem Alltag ist das Thema Personal essentiell. Könnte ich Mitarbeite*innen backen, gießen, scannen oder herzaubern müsste ich wohl nie wieder arbeiten.

Aber das geht nicht und ich denke, dass ist auch nicht die Lösung, sondern

  1. Warum mag niemand mehr diesen tollen Beruf ausüben?
  2. Wie können wir dem entgegenstehen?
  3. Was sind die Alternativen?

Mit der Frage: „Warum mag niemand diesen tollen Beruf mehr ausüben?“, werde ich nun sicher nicht alle Herzen gewinnen, denn ich möchte einmal eine Lanze brechen und mit Fakten auf den Tisch kommen. 

Ich bin nunmehr seit über 35 Jahren im Beruf, wow…bin ich ALT!

Ich habe alle Arbeitsbereiche der Zahnmedizinischen Fachangestellten hinter mir und „JA“ es war nicht immer lustig. Ob es ein cholerischer Chef war, Mobbing von Kollegen*innen, schlechte Bezahlung oder viele Überstunden. Glaubt mir, ich kenne das Alles. 

Ich habe oft gedacht, was für ein Blödsinn, ich mach was Anderes. Aber an dieser Stelle sei einmal gefragt:

„ Glaubt wirklich irgendjemand da draußen, dass es das in anderen Berufen nicht gibt?“

Ob das Warum? Zu beantworten ist, weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass es immer an dem Gesamtpaket liegt und nicht nur an dem Chef, der mich nicht auf Augenhöhe behandelt. 

Oder der einen Kollegin die über mich herzieht, weil sie der Meinung ist etwas besser zu machen oder zu können.

Oder womöglich daran, dass man für den Monatslohn, den man erhält, auch Arbeitslosengeld beziehen könnte.

Das alles muss rund sein, aber dazu muss jeder Einzelne bereit sein und seinen Teil beitragen.

Ich habe fantastische Zahnärzte*innen in meinem Kundenstamm, die alles richtigmachen, wenn es um Personal geht. Dennoch müssen jetzt auch an der Stelle die Mitarbeiter*innen sagen, gut Ärmel hoch und los. Es kann nicht nur von einer Seite funktionieren.

Genauso wundervolle ZFAs, ZMPs oder ZMVs wie auch DHs sind dort bei meinen Kunden*innen angestellt. Sie leisten großartige Arbeit und warten nicht auf den goldenen Löffel, sondern auf Wertschätzung und Anerkennung. Diese muss nicht immer nur aus einem hohen Monatslohn bestehen, wobei ich schon der Meinung bin, dass Leistung, Wissen und Engagement auch bezahlt werden darf.  

Was wiederum, gar nicht geht, ist die Tatsache, dass man im Sozial Media hinter frägt was man denn mit so und so vielen Berufsjahren für einen Lohn erwarten darf? Leute echt jetzt?

Ja wir haben keinen bundeseinheitlichen Tarifvertrag und ja der gehört schon längst mal her. Aber glaubt ihr wirklich, dass jemand der vor 10 Jahren seinen Beruf erlernt hat und seit her keinerlei Fortbildungen gemacht hat, oder sogar sich in der Zeit noch drei Jahre um sein Kind gekümmert hat, was vollkommen in Ordnung ist sich auf die gleiche Stufe stellen kann, wie jemand der 10 Jahre seinen Beruf geformt hat, sein Wissen erweitert hat und nicht müde wird das weiter zu tun?

Versteht mich nicht falsch, es gibt so viele wunderbare Ausnahmen, die ich täglich in den Praxen erlebe und dafür lohnt sich jedes, Danke. Aber die, die nur auf Ihren Profit aus sind und wirklich kein Interesse haben auch mal nach ihren Möglichkeiten der Veränderung zu schauen gibt es leider auch. Und da kann ich jeden Chef*in verstehen, der nach 35 Fehltagen im ersten Halbjahr auch mal die Fakten auf den Tisch legt. und auch nicht bereit ist einen überdurchschnittlichen Monatslohn zu bezahlen.

„ Wie können wir dem entgegenstehen?“ ist wie ich finde keine einzelne Antwort,  sondern ein Prozess der gewollte und gelebt werden muss. 

Es ist noch nicht lange her, da haben wir alle durch Corona gelernt, wie schnell wir unser gewohntes Leben verlieren können. Egal, wie es für jeden Einzelnen ausgegangen ist, vergesst diese schreckliche Zeit nicht.

Nehmt Euch die Zeit für ehrliche, klärende Gespräche, für die Erarbeitung von gemeinschaftlichen Lösungsansätzen für Situationen, die in der Praxis den Alltag schwierig machen. 

Helft Euch gegenseitig und freut Euch selber täglich dazu lernen zu dürfen. 

Seit frei für Neues, denn die alten Zeiten kommen nicht wieder. 

Nehmt, auch mal Kritik an, denn nur dann, wenn ich verstanden habe, was der Andere empfunden hat, kann ich an mir arbeiten und es das nächste Mal besser machen. 

Jeder Einzelne im Team ist wichtig, teilt diese Erkenntnis, denn dann fühlt man sich gesehen.

Und…

Und…

Und….

Und…., ganz viel mehr.

„Was sind die Alternativen?“

Wie ich finde nur schlechte. Denn wenn wir aufhören an uns zu arbeiten und an den Menschen der uns täglich begegnet zu glauben, werden wir selber irgendwann der Patient sein, der wie eine Nummer behandelt wird und keine guten Erfahrungen aus der Zahnarztpraxis zu  berichten hat.

Deshalb mein Appell an die Zahnarztwelt:

Überlasst es nicht weiter dem Zufall, ob unter Umständen mal wieder eine gute Bewerbung innerhalb von 6 Monaten ins Haus flattert, oder, ob der Zahnarzt*in euch zum dritten Mal die Woche fragt, ob ihr länger bleiben könnt.

Erkundigt Euch über Aufstiegsmöglichkeiten um  eure Kenntnisse aufzuwerten.

Was kann ich leisten und was möchte ich leisten?!  Kommuniziert darüber.

Und wie ich finde, bringt es gar nichts, sich im Netz gegenseitig runter zu machen. 

Schlechte Erfahrungen, egal auf welcher Seite vom Behandlungsstuhl man steht, haben wir alle. Diese dürfen aber nicht die Basis für einen Neuanfang sein.

Lasst uns gemeinsam nach dem suchen, was es nicht gibt, oder was ihr vielleicht schon habt. Aber hört nie auf an diesem System zu zweifeln, denn ohne den Menschen in der Zahnarztpraxis verlieren wir die Menschlichkeit.

Danke für Euer Interesse! Wenn Ihr zum Thema mehr wissen wollt oder dabei Unterstützung braucht, ich bin mit meinem Team für Euch da.

Eure Bettina Winter

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