Abrechnungstipps für die Entfernung von Retainern und Brackets: So rechnen Sie Klebereste richtig ab

Heute möchten wir uns einem interessanten Thema widmen, das sicherlich viele von euch schon einmal in der Praxis erlebt haben: Die Entfernung von Retainern oder Brackets und die damit verbundene Frage, wie man die verbleibenden Klebereste korrekt abrechnet.

Share This Post

Heute möchten wir uns einem interessanten Thema widmen, das sicherlich viele von euch schon einmal in der Praxis erlebt haben: Die Entfernung von Retainern oder Brackets und die damit verbundene Frage, wie man die verbleibenden Klebereste korrekt abrechnet.

Hintergrund: Klebereste nach der Entfernung von Retainern und Brackets

Es ist ein freudiger Moment, wenn Patient*innen stolz berichten, dass ihre Retainer oder Brackets endlich entfernt wurden. Im Rahmen einer Prophylaxeuntersuchung (01) oder einer Professionellen Zahnreinigung (PZR) zeigt sich jedoch, dass an dem einen oder anderen Zahn noch lästige Klebereste zurückgeblieben sind. Hier stellt sich die Frage: Wie erfolgt die korrekte Abrechnung dieser Zusatzleistung?

Abrechnung nach GOZ oder GOÄ: Die Qual der Wahl

Gemäß der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) könnte man die Gebührenposition 6110 heranzuziehen. In der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) könnte die Position 2702 in Betracht kommen. Aber Vorsicht: Eine pauschale Lösung gibt es hier nicht!

Die entscheidende Frage lautet: Wer hat die Retainer oder Brackets entfernt?

  • In-House-Entfernung: Falls die Entfernung in eurer Praxis erfolgte, gehören auch die Beseitigung der Klebereste zur Leistung und wird entsprechend nach GOZ 6110 bzw. GOÄ 2702 abgerechnet.
  • Externe Entfernung: Hat hingegen ein anderer Behandler (Zahnarzt/Kieferorthopädin) die Apparatur entfernt und die Patientin kommt nur noch mit Kleberesten zu euch, so muss die Abrechnung analog nach § 6 Abs.1 der GOZ erfolgen. Diese selbstständige Leistung ist in der GOZ/GOÄ nicht direkt abgebildet, daher ist eine Anwendung des Analogieverfahrens erforderlich (siehe Analogieliste der BZÄK).

Zusätzliche Überlegungen bei der PZR:

Insbesondere im Zusammenhang mit einer professionellen Zahnreinigung (PZR) kann der zusätzlich entstandene Zeitaufwand für die Entfernung von Kunststoff- oder Zementresten bei der Bemessung des Steigerungsfaktors berücksichtigt werden. Dies ist ein wichtiger Aspekt, um die erbrachte Leistung angemessen zu vergüten.

In jedem Fall ist es ratsam, die individuellen Gegebenheiten genau zu prüfen und im Zweifelsfall Rücksprache mit der Abrechnungsstelle zu halten, um mögliche Unsicherheiten zu klären.

Wir hoffen, dass diese Abrechnungstipps euch in der Praxis unterstützen und wünschen euch viel Erfolg bei der korrekten Abrechnung von Leistungen rund um die Entfernung von Retainern und Brackets!

Eure Tanja von Praxismanagement Winter 

Erfahren Sie Mehr

Praxismanagement Zahnarztpraxis 2026 mit Bettina Winter Praxismanagement
Praxismanagement

Praxismanagement Zahnarztpraxis 2026: So bleibt Ihre Praxis wirtschaftlich stark

Das Praxismanagement Zahnarztpraxis 2026 wird für viele Praxen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Steigende Personalkosten, höhere Anforderungen an IT-Sicherheit, komplexe Abrechnung und zunehmender Verwaltungsaufwand setzen Praxisinhaberinnen, Praxisinhaber und Teams spürbar unter Druck. Eine Zahnarztpraxis kann heute nicht mehr nur medizinisch gut geführt werden. Sie muss auch wirtschaftlich, organisatorisch und digital stabil aufgestellt sein.

Kommunikation in der Zahnarztpraxis beim Morgenkreis mit dem Praxisteam
Praxismanagement

Kommunikation in der Zahnarztpraxis: Agile Methoden für ein starkes Team

Eine gute Kommunikation in der Zahnarztpraxis ist heute ein wichtiger Erfolgsfaktor für reibungslose Abläufe, zufriedene Patienten und ein entlastetes Team. Gerade bei vollem Terminkalender, Fachkräftemangel und hohem organisatorischem Druck können kleine Missverständnisse schnell große Auswirkungen haben. Wenn Informationen fehlen, Aufgaben doppelt erledigt werden oder Engpässe zu spät auffallen, leidet der gesamte Praxisalltag. Agile Methoden wie der Morgenkreis, das Daily Stand-up oder regelmäßige Retrospektiven helfen dabei, Kommunikation klarer, kürzer und wirksamer zu gestalten. Sie schaffen Transparenz, stärken die Eigenverantwortung und verbessern die Zusammenarbeit im Team. Für Zahnarztpraxen bedeutet das: weniger Reibungsverluste, bessere Abstimmung und mehr Sicherheit im täglichen Ablauf. Der Fachkräftemangel wirkt sich laut KZBV bereits deutlich auf den Praxisalltag aus.